Anforderungen an das Schriftmaterial
Schriftvergleichende Untersuchungen stellen spezifische Anforderungen sowohl an das fragliche Ausgangsmaterial als auch an die entsprechenden Vergleichsproben. Vergleichende Gegenüberstellungen können nur mit möglichst gleichartigen Schriftproben durchgeführt werden, wobei der Entstehungshintergrund der fraglichen Schreibleistung zu berücksichtigen ist.
Eine optimale Vergleichsbasis liegt dann vor, wenn das Schriftmaterial einen allgemeinen Einblick in das Schreibverhalten der Zielperson ermöglicht. Dies wird demnach Schriftmaterial sein müssen, das unbefangen entstanden ist, also außerhalb von Situationen, die im Zusammenhang mit der fraglichen Schrift stehen. Darüber hinaus ist Material bedeutsam, das möglichst dicht um den fraglichen Schriftentstehungszeitpunkt streut.
Entscheidend bei der Vorlage von Vergleichsschreibleistungen an den Sachverständigen ist die Bestätigung deren Echtheit. Um dies zu erreichen, sollte das Schriftmaterial dem Vergleichsschreiber oder – falls nicht möglich – anderen kundigen Personen zur Anerkennung vorgelegt werden.
Soweit möglich sollten auch gezielt Schriftproben erhoben werden, die die vermuteten Rahmenbedingungen möglichst getreu reproduzieren. Ist beispielsweise zu vermuten, dass die fragliche Schreibleistung in Verstellungsabsicht mit der linken, schreibungewohnten Hand angefertigt wurde, sind von der Vergleichsperson Schriftproben zu beschaffen, die diese ebenfalls mit der linken, schreibungewohnten Hand geschrieben hat.
Detaillierte Hinweise zur Beschaffung von geeignetem Material für schriftvergleichende Untersuchungen können vom Sachverständigen eingeholt werden. Ergänzend sei auf das nachfolgende Merkblatt für die Beschaffung von Handschriftproben verwiesen, das die wichtigsten Anforderungen an das Schriftmaterial in Kurzform enthält.
In Zweifelsfällen kann bei dem Sachverständigen nähere Informationen eingeholt werden.
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Bei Unterschriftsuntersuchungen sind zunächst immer unbefangen und provoziert entstandene Unterschriften des Namenseigners zu beschaffen. Die Schriftproben anderer Vergleichsschreiber sollen im Wortlaut des fraglichen Namenszuges diktiert werden. |